Buch · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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GEIST. In Lebensfluten, im Tatensturm Wall ich auf und ab, Wehe
hin und her! Geburt und Grab, Ein ewiges Meer, Ein wechselndes
Wehen, Ein glühend Leben, So schaff ich am laufenden Webstuhl der
Zeit Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.
FAUST. Der du die weite Welt umschweifst, Geschäftiger Geist, wie
nah fühl ich mich dir!
GEIST. Du gleichst dem Geist, den du begreifst, Nicht mir!
(verschwindet)
FAUST (zusammenstürzend). Nicht dir? Wem denn? Ich Ebenbild der
Gottheit! Und nicht einmal dir! (es klopft)
O Tod! ich kenn's-das ist mein Famulus- Es wird mein schönstes
Glück zunichte! Daß diese Fülle der Gesichte Der trockne
Schleicher stören muß! (Wagner im Schlafrock und der Nachtmütze,
eine Lampe in der Hand. Faust wendet sich unwillig.)
WAGNER. Verzeiht! ich hör euch deklamieren; Ihr last gewiß ein
griechisch Trauerspiel? In dieser Kunst möcht ich was
profitieren, Denn heutzutage wirkt das viel. Ich hab es öfters
rühmen hören, Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren.
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