Buch · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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Nun komm herab, kristallne reine Schale! Hervor aus deinem alten
Futterale, An die ich viele Jahre nicht gedacht! Du glänzetst bei
der Väter Freudenfeste, Erheitertest die ernsten Gäste, Wenn
einer dich dem andern zugebracht. Der vielen Bilder künstlich
reiche Pracht, Des Trinkers Pflicht, sie reimweis zu erklären,
Auf einen Zug die Höhlung auszuleeren, Erinnert mich an manche
Jugendnacht. Ich werde jetzt dich keinem Nachbar reichen, Ich
werde meinen Witz an deiner Kunst nicht zeigen. Hier ist ein
Saft, der eilig trunken macht; Mit brauner Flut erfüllt er deine
Höhle. Den ich bereit, den ich wähle, Der letzte Trunk sei nun,
mit ganzer Seele, Als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!
(Er setzt die Schale an den Mund.) Glockenklang und Chorgesang.
CHOR DER ENGEL. Christ ist erstanden! Freude dem Sterblichen, Den
die verderblichen, Schleichenden, erblichen Mängel umwanden.
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