Buch · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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LIESCHEN. Er wär ein Narr! Ein flinker Jung Hat anderwärts noch
Luft genung. Er ist auch fort.
GRETCHEN. Das ist nicht schön!
LIESCHEN. Kriegt sie ihn, soll's ihr übel gehn, Das Kränzel
reißen die Buben ihr, Und Häckerling streuen wir vor die Tür!
(Ab.)
GRETCHEN: (nach Hause gehend). Wie konnt ich sonst so tapfer
schmälen, Wenn tät ein armes Mägdlein fehlen! Wie konnt ich über
andrer Sünden Nicht Worte gnug der Zunge finden! Wie schien mir's
schwarz, und schwärzt's noch gar, Mir's immer doch nicht schwarz
gnug war, Und segnet mich und tat so groß, Und bin nun selbst der
Sünde bloß! Doch-alles, was dazu mich trieb, Gott! war so gut!
ach, war so lieb!
Zwinger
In der Mauerhöhle ein Andachtsbild der Mater dolorosa,
Blumenkruge davor. Gretchen steckt frische Blumen in die Kruge.
Ach neige, Du Schmerzenreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Not!
Das Schwert im Herzen, Mit tausend Schmerzen Blickst auf zu
deines Sohnes Tod.
Zum Vater blickst du, Und Seufzer schickst du Hinauf um sein' und
deine Not.
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