Book · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Author: Johann Wolfgang von Goethe
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Mich faßt ein längst entwohnter Schauer, Der Menschheit ganzer
Jammer faßt mich an Hier wohnt sie hinter dieser feuchten Mauer
Und ihr Verbrechen war ein guter Wahn Du zauderst, zu ihr zu
gehen! Du fürchtest, sie wiederzusehen! Fort! dein Zagen zögert
den Tod heran. (Er ergreift das Schloß. Es singt inwendig.) Meine
Mutter, die Hur Die mich umgebracht hat! Mein Vater, der Schelm
Der mich gessen hat! Mein Schwesterlein klein Hub auf die Bein An
einem kühlen Ort; Da ward ich ein schönes Waldvögelein; Fliege
fort, fliege fort! FAUST (aufschließend). Sie ahnet nicht, daß
der Geliebte lauscht, Die Ketten klirren hört, das Stroh, das
rauscht. (Er tritt ein.)
MARGARETE (sich auf dem Lager verbergend). Weh! Weh! Sie kommen.
Bittrer Tod!
FAUST (leise). Still! Still! ich komme, dich zu befreien.
MARGARETE (sich vor ihn hinwälzend). Bist du ein Mensch, so fühle
meine Not.
FAUST. Du wirst die Wächter aus dem Schlafe schreien! (Er faßt
die Ketten, sie aufzuschließen.)
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