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Autor: Johann Wolfgang von Goethe

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MEPHISTOPHELES (leise zu ihr). Ich kenne Sie jetzt, mir ist das
genug; Sie hat da gar vornehmen Besuch. Verzeiht die Freiheit,
die ich genommen, Will Nachmittage wiederkommen.
MARTHE (lacht). Denk, Kind, um alles in der Welt! Der Herr dich
für ein Fräulein hält.
MARGARETE. Ich bin ein armes junges Blut; Ach Gott! der Herr ist
gar zu gut. Schmuck und Geschmeide sind nicht mein.
MEPHISTOPHELES. Ach, es ist nicht der Schmuck allein; Sie hat ein
Wesen, einen Blick so scharf! Wie freut mich's, daß ich bleiben
darf.
MARTHE. Was bringt Er denn? Verlange sehr-
MEPHISTOPHELES. Ich wollt, ich hätt eine frohere Mär! Ich hoffe,
Sie läßt mich's drum nicht büßen. Ihr Mann ist tot und läßt Sie
grüßen.
MARTHE. Ist tot? das treue Herz! O weh! Mein Mann ist tot! Ach
ich vergeh!
MARGARETE. Ach! liebe Frau, verzweifelt nicht!
MEPHISTOPHELES. So hört die traurige Geschicht!
MARGARETE. Ich möchte drum mein' Tag' nicht lieben, Würde mich
Verlust zu Tode betrüben.
MEPHISTOPHELES. Freud muß Leid, Leid muß Freude haben.

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