Libro · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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FAUST. O glücklich, wer noch hoffen kann, Aus diesem Meer des
Irrtums aufzutauchen! Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
Und was man weiß, kann man nicht brauchen. Doch laß uns dieser
Stunde schönes Gut Durch solchen Trübsinn nicht verkümmern!
Betrachte, wie in Abendsonne-Glut Die grünumgebnen Hütten
schimmern. Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt, Dort eilt
sie hin und fördert neues Leben. O daß kein Flügel mich vom Boden
hebt Ihr nach und immer nach zu streben! Ich säh im ewigen
Abendstrahl Die stille Welt zu meinen Füßen, Entzündet alle Höhn
beruhigt jedes Tal, Den Silberbach in goldne Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf Der wilde Berg mit
allen seinen Schluchten; Schon tut das Meer sich mit erwärmten
Buchten Vor den erstaunten Augen auf. Doch scheint die Göttin
endlich wegzusinken; Allein der neue Trieb erwacht, Ich eile
fort, ihr ew'ges Licht zu trinken, Vor mir den Tag und hinter mir
die Nacht, Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
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