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Autor: Johann Wolfgang von Goethe

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SCHÜLER. Ich wünschte recht gelehrt zu werden, Und möchte gern,
was auf der Erden Und in dem Himmel ist, erfassen, Die
Wissenschaft und die Natur.
MEPHISTOPHELES. Da seid Ihr auf der rechten Spur; Doch müßt Ihr
Euch nicht zerstreuen lassen.
SCHÜLER. Ich bin dabei mit Seel und Leib; Doch freilich würde mir
behagen Ein wenig Freiheit und Zeitvertreib An schönen
Sommerfeiertagen.
MEPHISTOPHELES. Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von
hinnen, Doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen. Mein teurer
Freund, ich rat Euch drum Zuerst Collegium Logicum. Da wird der
Geist Euch wohl dressiert, In spanische Stiefeln eingeschnürt,
Daß er bedächtiger so fortan Hinschleiche die Gedankenbahn, Und
nicht etwa, die Kreuz und Quer, Irrlichteliere hin und her. Dann
lehret man Euch manchen Tag, Daß, was Ihr sonst auf einen Schlag
Getrieben, wie Essen und Trinken frei, Eins! Zwei! Drei! dazu
nötig sei. Zwar ist's mit der Gedankenfabrik Wie mit einem
Weber-Meisterstück, Wo ein Tritt tausend Fäden regt, Die
Schifflein herüber hinüber schießen, Die Fäden ungesehen fließen,
Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt. Der Philosoph, der tritt
herein Und beweist Euch, es müßt so sein. Das Erst wär so, das
Zweite so, Und drum das Dritt und Vierte so; Und wenn das Erst
und Zweit nicht wär, Das Dritt und Viert wär nimmermehr. Das
preisen die Schüler allerorten, Sind aber keine Weber geworden.

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