Livre · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Auteur: Johann Wolfgang von Goethe
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FAUST. Du hast wohl recht; ich finde nicht die Spur Von einem
Geist, und alles ist Dressur.
WAGNER. Dem Hunde, wenn er gut gezogen, Wird selbst ein weiser
Mann gewogen. Ja, deine Gunst verdient er ganz und gar, Er, der
Studenten trefflicher Skolar. (Sie gehen in das Stadttor.)
Studierzimmer
Faust mit dem Pudel hereintretend.
FAUST. Verlassen hab ich Feld und Auen, Die eine tiefe Nacht
bedeckt, Mit ahnungsvollem, heil'gem Grauen In uns die beßre
Seele weckt. Entschlafen sind nun wilde Triebe Mit jedem
ungestümen Tun; Es reget sich die Menschenliebe, Die Liebe Gottes
regt sich nun.
Sei ruhig, Pudel! Renne nicht hin und wieder! An der Schwelle was
schnoperst du hier? Lege dich hinter den Ofen nieder, Mein bestes
Kissen geb ich dir. Wie du draußen auf dem bergigen Wege Durch
Rennen und Springen ergetzt uns hast, So nimm nun auch von mir
die Pflege, Als ein willkommner stiller Gast.
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