Boek · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Auteur: Johann Wolfgang von Goethe
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FAUST. Ach, daß die Einfalt, daß die Unschuld nie Sich selbst und
ihren heil'gen Wert erkennt! Daß Demut, Niedrigkeit, die höchsten
Gaben Der liebevoll austeilenden Natur-
MARGARETE. Denkt Ihr an mich ein Augenblickchen nur, Ich werde
Zeit genug an Euch zu denken haben.
FAUST. Ihr seid wohl viel allein?
MARGARETE. Ja, unsre Wirtschaft ist nur klein, Und doch will sie
versehen sein. Wir haben keine Magd; muß kochen, fegen, stricken
Und nähn und laufen früh und spat; Und meine Mutter ist in allen
Stücken So akkurat! Nicht daß sie just so sehr sich
einzuschränken hat; Wir könnten uns weit eh'r als andre regen.
Mein Vater hinterließ ein hübsch Vermögen, Ein Häuschen und ein
Gärtchen vor der Stadt. Doch hab ich jetzt so ziemlich stille
Tage. Mein Bruder ist Soldat, Mein Schwesterchen ist tot. Ich
hatte mit dem Kind wohl meine liebe Not; Doch übernähm ich gern
noch einmal alle Plage, So lieb war mir das Kind.
FAUST. Ein Engel, wenn dir's glich.
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