Livro · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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FAUST. Beim Himmel, dieses Kind ist schön! So etwas hab ich nie
gesehn. Sie ist so sitt- und tugendreich, Und etwas schnippisch
doch zugleich. Der Lippe Rot, der Wange Licht, Die Tage der Welt
vergeß ich's nicht! Wie sie die Augen niederschlägt, Hat tief
sich in mein Herz geprägt; Wie sie kurz angebunden war, Das ist
nun zum Entzücken gar! (Mephistopheles tritt auf.)
FAUST. Hör, du mußt mir die Dirne schaffen!
MEPHISTOPHELES. Nun, welche?
FAUST. Sie ging just vorbei.
MEPHISTOPHELES. Da die? Sie kam von ihrem Pfaffen, Der sprach sie
aller Sünden frei Ich schlich mich hart am Stuhl vorbei, Es ist
ein gar unschuldig Ding, Das eben für nichts zur Beichte ging;
Über die hab ich keine Gewalt!
FAUST. Ist über vierzehn Jahr doch alt.
MEPHISTOPHELES. Du sprichst ja wie Hans Liederlich, Der begehrt
jede liebe Blum für sich, Und dünkelt ihm, es wär kein Ehr Und
Gunst, die nicht zu pflücken wär; Geht aber doch nicht immer an.
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